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St. Urban gilt als Weinheiliger

St. Urban gilt als Weinheiliger und soll gegen Frost, Hagel, Blitz und alle Unwetter schützen. Der 25. Mai ist der Urbanitag.

Flaschenreinigungsanlage

Flaschenreinigungsanlage aus dem Jahre 1968 von Helmut Keicher aus Erlenbach.

Ein alter Holzschubkarren, beladen mit Rebenbündel.

Ein alter Holzschubkarren, beladen mit Rebenbündel. 

Fassschablonen in alter Küferwerkstatt

In der Küferwerkstatt hängen Fassschablonen.

Artikel aus der Stuttgarter Zeitung 1983

In der Stuttgarter Zeitung erschien 1983 ein Artikel zum Thema »Erlenbach plant Weinbaumuseum«.

Der örtliche Weinbau

Die erste urkundliche Erwähnung über den Weinbau in Erlenbach stammt aus dem Jahre 1130. Graf Wolfram von Weinsberg schenkte in diesem Jahr dem Kloster Hirsau 2 Jauchert¹ Weinberg in Erlenbach. Im Jahre 1177 ließ sich Kloster Schöntal von Papst Alexander bestätigen, dass es neben anderen Rechten auch Weinberge in Erlenbach und Binswangen besitze. 1219 gab Jutta von Weinsberg 2 Jauchert Weinberg auf dem Berge Drachenloch an das Kloster Schöntal. Im Jahre 1254 hatte Kloster Lichtenstern Weinberge und Keltern in Erlenbach und Binswangen. Im Jahre 1291 und 1294 werden uns die Fluren »Unterer Pfad« und »Gänswaid« als Weinlagen genannt. 1305 überließ Kraft Kiselme, der Pfarrer von Hohbach, dem Kloster Gnadental seine Güter und erhielt dafür als Leibgeding 1 Morgen Weingarten in Erlenbach.

Mit diesen Urkunden haben wir die Gewissheit, dass der Weinbau im 12. Jahrhundert in unserer Gemeinde schon seinen festen Platz hatte. Von da an bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bildete der Wein den bestimmenden Faktor in beiden Ortsteilen. Wenn der Wein gedieh, herrschte Wohlstand. Folgten aber mehrere Fehlherbste aufeinander, bedeutete das Armut und Not beim größten Teil der Bevölkerung.

Die Bücher der Pfarrei Binswangen berichten, dass von 1500 bis 1800 nur 1½ Viertel Weinberg neu geschaffen wurden. Auch aus Erlenbach liegt für den gleichen Zeitraum keine Nachricht vor, dass ein größeres Stück Land für den Weinbau erschlossen wurde.

Erst im Jahre 1805 entschloss sich die Gemeinde Binswangen, um den Wohlstand zu heben und um eine frostfreie Lage zu bekommen, ein 40 Morgen großen Stück am Wald im Sommerberg, auch Beiselter Rain genannt, zu roden und in Weinberge umzuwandeln. Die Deutschordensherrschaft gewährte für das Unternehmen eine 20-jährige Zehntfreiheit.

Auf Erlenbacher Markung stockte man 1844 oben am Kay und am Drachenloch 19 Morgen Wald aus und gewann so neues Rebland. Im Jahre 1884 holzte man den Wald im Fuchshau ab. 1897 wurde der Wald am Sommerrain und im oberen Teil des Gaisbergs ausgehauen und in Weinberge umgewandelt.

Seit über 75 Jahren verzichtete man auf weitere Waldrodungen zugunsten des Weinbaus. Bei der Umlegung in den Jahren 1970 bis 1986 wurden jedoch alle Obstgärten und Wiesen, die innerhalb des Rebgeländes lagen, wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Mit einer Weinbaufläche von ca. 245 ha gehört Erlenbach-Binswangen heute zu einer der größten Weinbaugemeinden in Baden-Württemberg. Diese Weinbaufläche wird von 12 Weingütern und unzähligen Wengertern im Nebenerwerb bewirtschaftet.

Quelle: Auszug aus der »Ortschronik Erlenbach und Binswangen«, 1986, Erwin Weiß


¹altes Flächenmaß für Äcker und Wiesen aus dem 16–18.Jahrhundert: Jauchert: Fläche, die an einem Tag umgeackert werden konnte

Öffnungszeiten

Das Weinbaumuseum ist ganzjährig geöffnet – zur Zeit allerdings nur auf Vereinbarung. Bitte melden Sie sich und Ihre Gruppe vorab an unter Telefon 07132. 343870 oder per E-Mail.

Eintritt

Pro Person kostet die Besichtigung des Museums 1,50 Euro. Die Pauschale für Führungen (bis zu 35 Teilnehmer) liegt bei 25,– Euro/Führer. Ab 36 Personen setzen wir einen zweiten Führer ein.

Anreise und Parken

Weinbaumuseum Erlenbach-Binswangen
Bei der Kelter 1
74235 Erlenbach-Binswangen
via Googlemaps

Parkplätze für PKWs und Busse befinden sich im Wiesenweg 1 (P1), an der Hauptstraße 110 (P2) und neben der Sulmtalhalle, Talstraße 21 (P3).

Infomaterial

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